Dynamische Entnahme ("Kaufkraft-Erhalt") vs. Kapitalverzehr
Da Stefan Hofers Portfolio (angenommen 3.0% Rendite) nicht genug abwirft, um 5% Auszahlung PLUS 2.0% Erhöhung zu decken (Totalbedarf 7%), muss das Stammkapital aufgebraucht werden — und zwar deutlich schneller als langsam.
| Alter (Jahresende) | Jahr | Stefan Hofers "Rente" (steigend) | Kapital (Jahresende, nach Bezug am Jahresanfang) | Status |
|---|---|---|---|---|
| 60 | Start | 27'500 CHF | 550'000 CHF | 100% Kapital |
| 65 | 5 | 29'767 CHF | 481'266 CHF | ~88% erhalten |
| 70 | 10 | 32'865 CHF | 385'313 CHF | ~70% erhalten |
| 75 | 15 | 36'286 CHF | 256'111 CHF | Verzehr beschleunigt sich (~47%) |
| 80 | 20 | 40'062 CHF | 86'497 CHF | ~16% erhalten |
| 82 | 22 | 41'681 CHF | 5'481 CHF | ~1% erhalten |
| 83 | 23 | 42'514 CHF benötigt, nur 5'481 vorhanden | 0 CHF | Kapital aufgebraucht |
| 85 | 25 | 44'232 CHF benötigt | 0 CHF | aufgebraucht |
| 90 | 30 | 48'836 CHF benötigt | 0 CHF | aufgebraucht |
Annahmen: Portfolio-Rendite 3.0% netto p.a. (konstant), Inflation 2.0% p.a. — beides Planungsannahmen von vacatum.ch, keine Prognose. Die Inflationsannahme liegt an der Obergrenze der SNB-Definition von Preisstabilität (Anstieg des LIK von weniger als 2 % pro Jahr); das Mittel 1980–2025 lag bei 1.5% pro Jahr (BFS, LIK-Jahresmittel).
Rechenweg: Jahr 1 ist das erste Rentenjahr (von Alter 60 bis 61); die Altersangaben in Tabelle und Text nennen das Alter am Ende des Jahres. Die Rente wird am Jahresanfang bezogen und steigt jedes Jahr um die Inflation (Rente im Jahr n = 27'500 × 1.02n−1); das verbleibende Kapital rentiert bis Jahresende: Kapitaln = (Kapitaln−1 − Renten) × 1.03. Ohne Steuern auf Erträgen und ohne Kosten. Bei Bezug am Jahresende wäre das Kapital ebenfalls im 23. Jahr aufgebraucht (Ende Jahr 22: 36'017 CHF).
Die PK-Rente bleibt fix bei 26'460 CHF (4.41 % Umwandlungssatz auf das Brutto-Kapital von 600'000 CHF, wie im Vergleich Kapital oder Rente). Was ist die in 20 Jahren noch wert?
Den Inflationsausgleich einzubauen ist absolut sinnvoll und notwendig. Die Gefahr der schleichenden Geldentwertung wird bei Renten oft unterschätzt.
Die schlechte Nachricht: Startet Stefan Hofer mit CHF 550'000, 5% Entnahme und 3.0% Rendite, ist der "Preis" nicht verkraftbar: Steigt die Auszahlung jedes Jahr mit der Teuerung, ist das Kapital im 23. Jahr (zwischen Alter 82 und 83) aufgebraucht — für die Erben bleibt nichts, und die letzten Lebensjahre sind nicht finanziert.
Was trägt: Damit die teuerungsangepasste Entnahme bis Alter 90 (30 Jahre) reicht, dürfte sie mit denselben Annahmen höchstens rund 21'000 CHF im ersten Jahr betragen (3.8 % statt 5 %) — danach ist das Kapital aber ebenfalls aufgebraucht. Mehr Spielraum entsteht nur, wenn ein Teil des Bedarfs anderweitig gedeckt ist (zum Beispiel durch die AHV ab 65) oder die Rendite höher ausfällt — mit entsprechend höherem Risiko.