Modellannahme, keine Prognose: Diese Strategie basiert auf der Überzeugung, dass Bitcoin als knappes Gut (höchstens 21 Millionen BTC) langfristig eine durchschnittliche Jahresrendite von 10% Netto erzielt. Diese erhoffte Rendite entstünde nicht durch Zinsen, sondern durch einen Anstieg der Kaufkraft gegenüber inflationären Papierwährungen. Ob sie eintritt, ist offen.
Wir betrachten Bitcoin nicht als Spekulationsobjekt, sondern als digitale Immobilie. Die Verwaltung erfolgt im Cold Wallet (offline). Wir denken nicht in "Franken-Wert heute", sondern in Satoshi-Anteilen. Einschätzung der Redaktion: Volatilität nehmen wir als Begleiterscheinung eines wachsenden Netzwerks in Kauf. Sie bleibt ein Risiko, vor allem wenn in einem Kurstief verkauft werden muss.
Modellannahme, keine Prognose: Der Bitcoin-Kurs folgte bisher näherungsweise einem Potenzgesetz (Power Law, empirisches Modell nach Santostasi & Perrenod 2026). Im Modell gibt es eine rechnerische Untergrenze (Floor, 34 % des Medians), die mit der Zeit ansteigt. Ob der Kurs sie künftig hält, ist offen; ein Modell kann jederzeit brechen (Haftungsausschluss).
Die Strategie geht davon aus, dass der Marktpreis oberhalb dieses Floors bleibt. Eine verlässliche Prognose der tiefstmöglichen Preise liefert das Power Law nicht, und ein Schutz für das Kapital ist es auch nicht; es ist eine Orientierung aus den Kursen der Vergangenheit.
Die folgende Grafik zeigt die Power-Law-Linien der nächsten 30 Jahre (2026-2056), berechnet nach Santostasi & Perrenod (2026, Nonlinear Science) und in Franken umgerechnet. Modellannahme, keine Prognose: Im Modell kann der Floor späterer Jahre über früheren Höchstkursen liegen. Die Grafik zeigt, was das Modell rechnet, falls es weiter gilt; eine Bestätigung der 10% Netto-Rendite ist sie nicht.
Median und Floor nach Santostasi & Perrenod (2026), 2026–2056, in CHF
Logarithmische Skala. Umgerechnet zum Wechselkurs aus Abschnitt 2; die Punkte sind die drei Szenariojahre ab dem dort gewählten Jahr 1.
| Jahr | Median CHF | Floor CHF |
|---|
Die grösste Sorge vieler Anleger ist ein Crash während der Entnahmephase. Die folgende Simulation mit einem angenommenen Kursverlauf (keine Prognose) zeigt, wie sich die Entnahme verhält, solange der Kurs im Power-Law-Korridor bleibt. Wir starten mit 1.00 BTC und entnehmen jährlich 10'000 CHF. Jahr 1 ist 2030, das erste Jahr der Bitcoin-Entnahme — du kannst es unten frei wählen.
Power Law Floor = 34 % des Medians nach Santostasi & Perrenod (2026), log10(P) = -16.509 + 5.690 · log10(Tage seit dem Genesis-Block vom 03.01.2009, Bitcoin-Quellcode), jeweils per 1. Juli, umgerechnet zu 0.829 CHF/USD (fester Kurs über alle drei Jahre). Die BTC-Preise sind ein angenommener Verlauf: Start knapp doppelt so hoch wie der Floor (×1.85), Crash bis knapp über den Floor (×1.03), danach Erholung (×2.12 des Floors im dritten Jahr).
| Phase | BTC Preis | Power Law Floor | Entnahme | Verbrauch (Units) | Restbestand |
|---|---|---|---|---|---|
| Jahr 1 (2030): Start | 230'000 CHF | 127'000 CHF | 10'000 CHF | 0.043 BTC | 0.957 BTC |
| Jahr 2 (2031): Crash 💥 | 169'000 CHF | 164'000 CHF | 10'000 CHF | 0.059 BTC | 0.898 BTC |
| Jahr 3 (2032): Erholung 🚀 | 450'000 CHF | 210'000 CHF | 10'000 CHF | 0.022 BTC | 0.876 BTC |
Obwohl wir im Krisenjahr (Jahr 2) rund 36 % mehr Anteile verbrauchen mussten als im Startjahr, um unseren Lebensstandard zu halten, ist das Gesamtergebnis in diesem angenommenen Verlauf positiv:
Im Modell steigt der Power Law Floor (die gestrichelte orange Linie im Diagramm oben) stetig an. Das Szenario nimmt an, dass der Kurs nicht unter den Floor fällt; garantiert ist das nicht, der Floor begrenzt die Tiefe eines Falls nicht.
Um die Substanz im Cold Wallet bei extremen Kursrücksetzern zu schützen, greift eine automatisierte Regel: