In der Standard-Einstellung generiert ein Ledger-Gerät eine Liste von 24 Wörtern (den Seed; Ledger Academy). Dieser Seed ist der Generalschlüssel für alle daraus abgeleiteten Adressen. Wer den Seed hat, hat das Geld. Die Passphrase-Funktion (nach Standard BIP39) erlaubt es jedoch, ein beliebiges Wort oder eine Zeichenfolge an diesen Seed anzuhängen (BIP 39; bei Ledger höchstens 100 Zeichen, Ledger Academy).
Die Passphrase ist kein einfaches Passwort, das eine Datei "entsperrt". Sie ist Teil des mathematischen Algorithmus.
$$ \text{Seed} + \text{Passphrase} = \text{Neues Wallet-Universum} $$
Ob zu einem Seed eine Passphrase existiert, lässt sich nicht erkennen: Jede Passphrase ergibt ein gültiges Wallet (BIP 39, «plausible deniability»). Wie sie lautet, kann auch ein Supercomputer nicht erraten — sofern sie lang und zufällig ist; eine kurze oder naheliegende Passphrase lässt sich mit dem Seed in der Hand durchprobieren.
Um die aktive Anwendung zu lernen, führen wir folgende Schritte am z.B: Ledger Nano durch:
Wenn du die Passphrase vergisst, sind die Bitcoins auf diesem Unter-Wallet für immer verloren. Weder du mit den 12/24 Wörtern noch die z.B: Firma Ledger können helfen. Die Passphrase muss genau wie der Seed absolut sicher (offline!) verwahrt werden. Ledger speichert und sichert Passphrasen nicht (Ledger Academy).
In einem Multisig-Setup (z.B. 2-von-3) fungiert der Ledger als einer der Schlüsselhalter. Wenn der Ledger-Schlüssel zusätzlich mit einer Passphrase geschützt ist, muss für eine gültige Signatur dieses Schlüssels zwingend die Passphrase am Gerät eingegeben werden — oder, bei «Attach to PIN», die damit verknüpfte zweite PIN (Ledger Support). Dies erhöht die Sicherheit massiv gegen physischen Diebstahl des Ledgers oder Entdeckung der 24 Wörter.