Fiat-Geld & Der Cantillon-Effekt

Warum Sparen in Fiat-Währungen über lange Zeit Kaufkraft kostet.

1. Das Problem: Unbegrenzte Ausweitung

Im Gegensatz zu Bitcoin kann Fiat-Geld (Euro, CHF, Dollar) per Knopfdruck erzeugt werden. Dies geschieht durch Zentralbanken (Geldpolitik) und Geschäftsbanken (Kreditvergabe; Bundesrat, Botschaft zur Vollgeld-Initiative, 2016: «Die SNB schafft Notenbankgeld […]» und Buchgeld entsteht «durch die Kreditvergabe»).

Ein vereinfachtes Bild (Modell, keine exakte Formel):

$$ \text{Kaufkraft} = \frac{\text{Deine Ersparnisse}}{\text{Gesamtgeldmenge (M2)}} $$

Im Modell gilt: Wenn der Nenner (M2) wächst, während dein Zähler gleich bleibt, sinkt der Wert deiner Ersparnisse. In Wirklichkeit hängen die Preise auch von der Menge der Waren, der Nachfrage und davon ab, wie oft das Geld den Besitzer wechselt – die Geldmenge allein bestimmt sie nicht.

Formel der Inflation:
Geldmenge \(\uparrow\) bei gleicher Warenmenge = Kaufkraft \(\downarrow\)

1. Der Weg des Geldes: Wie die Inflation entsteht

Inflation passiert nicht sofort. Es ist eine Kettenreaktion, die bei der Bank beginnt und bei deinem Taschengeld endet. Man nennt diesen zeitlichen Ablauf auch den Cantillon-Effekt (eine Theorie, siehe Cantillon-Effekt).

1. Der Funke
Bank erzeugt Kredit (Geldmenge steigt)
→
2. Die Ausgabe
Schuldner kauft Waren (z.B. Stahl, Häuser)
→
3. Die Knappheit
Waren werden leer gefegt, Händler erhöhen Preise
→
4. Die Inflation
Alles wird teurer. Dein Geld kauft weniger.

Warum dauert das?

Das neue Geld sickert wie Honig von oben nach unten durch die Wirtschaft. Die Ersten, die es bekommen, können noch zu "alten, günstigen Preisen" einkaufen. Wenn das Geld bei dir ankommt, haben die Verkäufer ihre Preise längst nach oben angepasst.

2. Der Kaufkraftverlust (Beispiel CHF/USD)

Bildlich gesprochen: Wer 1970 den Gegenwert eines Hauses unter die Matratze gelegt hat, kann sich heute davon vielleicht noch die Garage leisten. Gemessen am Landesindex der Konsumentenpreise hat der Franken von 1970 bis 2025 rund 68% seiner Kaufkraft verloren (Index 349.3 → 1'105.9, Basis Juni 1914 = 100; BFS, Landesindex der Konsumentenpreise, Lange Reihen, Jahresmittel). Nach dem Cantillon-Effekt (Theorie) ist das Geld nicht "weg", sondern wurde an diejenigen umverteilt, die das neue Geld zuerst erhalten haben.

Zeitraum Kaufkraftverlust bei 2% Inf. Kaufkraftverlust bei 5% Inf.
10 Jahre -18% -39%
25 Jahre -39% -70%
50 Jahre -63% -91%

Berechnung: Kaufkraftverlust = 1 − 1 / (1 + Inflation)Jahre, gerundet. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Teuerung der Schweiz lag 1980–2025 bei rund 1.5% pro Jahr (nachgerechnet aus BFS, Landesindex der Konsumentenpreise, Stand 2025).

3. Die Lösung: "Opt-Out" mit Bitcoin

Bitcoin bricht diesen Kreislauf durch eine harte mathematische Grenze: 21 Millionen (Bitcoin Core, GetBlockSubsidy). Es gibt keine Zentralbank, die diesen Wert verwässern kann.

"Inflation ist eine Steuer, die ohne Gesetzgebung erhoben werden kann." – Milton Friedman zugeschrieben (verbreitetes Zitat; eine Primärquelle mit genau diesem Wortlaut haben wir nicht gefunden)